Jian - Das chinesische Schwert - Geschichte
Das Schwert (Jian 劍 - mandarin, Gim - kantonesisch) ist eine
traditionelle Waffe der chinesischen Kampfkünste (Wushu) und wird auch
im Taijiquan verwendet. Bereits in der Shang-Dynastie (16.-11.
Jh.v.u.Z.) ist das Schwert nachweisbar und gehörte in der Zeit der
Streitenden Reiche (475-221) zur Basisausrüstung der Fußsoldaten.
Seit der Zeit der östl. Han-Dynastie (25-220) wurde das für schwierige
Schnitt- und Stichtechniken geeignete Schwert im militärischen Bereich
größtenteils
durch den einfacher anzuwendenden Säbel (Dao) verdrängt. Weiter
verwendetet
wurde das Schwert als Statussymbol und in der Volkskampfkunst. (Filipak
S. 200 – 209).
Bronze Jian - Streitende Reiche (481 - 221 v. Chr.), Gesamtlänge: 63 cm, Gewicht: 800g
© Young Museum of Ancient Cultural Arts

Jian - Han Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.), Gesamtlänge: 84.1 cm
© Macao Museum of Art
Jian - Qing Dynastie (1644 - 1911 n. Chr.)
© Schwerter Degen Dolche - Kulturgeschichte der Blankwaffen, 1994
Die Angaben der folgenden tabellarischen Zusammenstellung stammen aus
einem Artikel von Dr. Hermann G. Bohn in cultura martialis Heft 06,
2006 (ISSN 1614-7723).
| Zeitraum | Bezeichnung | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 5000 - 4000 v. Chr. | Alt- und Jungsteinzeit |
Schwert- und Dolchvarianten aus ungeschliffenen, später geschliffenen Stein oder Obsidian und Jade. |
| ca. 21. - 16. Jh. v. Chr. | Xia - Dynastie | Metallschwerter aus Kupfer-Zinn Legierungen. |
| ca. 16. - 11. Jh. v. Chr. | Shang - Dynastie | chin. Bronze-Zeitalter. |
|
770 - 255 v. Chr. |
Späte Phase östl. Zhou - Dynastie | Mit besseren Techniken geschmiedete Eisenschwerter, bereits mit einem Grat, Klingenblock und Knauf. |
| 770 - 476 v. Chr. | Frühlings- u. Herbst-Periode | |
| 481 - 221 v. Chr. | Streitende Reiche | |
| 255 - 207 v. Chr. | Qin - Dynastie | keine bahnbrechenden Neuerungen |
| 25 - 220 n. Chr. | östl. Han Dynastie | Schwert mit Schild kombiniert als Standardausrüstung der Fußsoldaten. Verliert aber an militärischer Bedeutung gegenüber dem Säbel. Weiterhin verbreitet bei Adel und gemeinen Volk. Erste Varianten von Stahlschwertern. |
| 221 - 280 n. Chr. | Epoche der Drei Reiche | Härtung von Stahl. |
| 3. Jh. - 600 n. Chr. | bis Ende Nord-Süd-Trennung Chinas | Unsichere Zeiten in denen die Kampfkunst in allen Bevölkerungsschichten an Bedeutung gewinnt. |
| 589 - 618 n. Chr. | Sui - Dynastie | Formgebung des Jian ziemlich abgeschlossen. |
| 618 - 907 n. Chr. | Tang - Dynastie |
|
| 907 - 960 n. Chr. | Zeit der 5 Dynastien | |
| 960 - 1278 n. Chr. | Song Dynastie | |
| 1368 - 1644 n. Chr. | Ming Dynastie | |
| 1644 - 1911 n. Chr. | letzte Phasen der Ming - und der Qing - Dynastie | Allgemeiner Rückgang der Verwendung traditioneller Waffen auf Grund der Einführung von Projektil- und Feuerwaffen. Entschärfte Schwerter mit abgerundeten Spitzen als Zeichen für Ansehen bei Würdenträgern. Schwertkampf wird weiter in der Volkskampfkunst gepflegt. |
| ab ca. 1912 | Anfang 20. Jh. | Schwertkunst in ersten öffentlichen Kampfkunst-Vereinigungen und innerhalb des Schulsports. Traditionsbrüche durch die politischen Gegebenheiten. |
Quellen
- "Die chinesische Kampfkunst" von Kai Filipiak ISBN 3-935693-23-0
- "Chinesische Schwertkunst"
Artikel von Dr. Hermann Bohn in cultura martialis Heft 06, 2006, ISSN 1614-7723 - "Schwerter Degen Dolche - Kulturgeschichte der
Blankwaffen", 1994
Kapitel 13 - China und Zentralasien ISBN 3-89350-817-1



